Tet-Offensive Vietnam und Kambodscha

Good Morning, Vietnam! Xhin Cao!

10. Februar 2016
Zweiter Tag im Jahr des Affen: Aufbruch zu neuen Abeuteuern,
zu neuen Entscheidungen, zu plötzlichen Änderungen – alles ist möglich im Jahr des Affen!

Konfuzius: „Wenn man drei Leute trifft, ist einer dabei, von dem man etwas lernen kann.“

Wir haben viele Leute in Vietnam getroffen und noch mehr gelernt...am meisten natürlich von My Linh, unserer klugen Führerin durch ihr eigenes Land.

Menschen in Vietnam

My Linh
läßt in der Halong-Bucht vietnamesischen Wein probieren

der letzte Stadtschreiber von Saigon

der Kalligraph von Hanoi

die Nationale Volksarmee von Onkel „Ho“

die Ehrengarde von Onkel „Ho“

der Baguette-Verkäufer mit dem „besten Erbe der Franzosen“

die Chefin im Andenkenladen – ihre Dollars zählend

Porträt einer Prinzessin in Hue

mit Mama auf dem Moped

das Hochzeitspaar in Hoi An

die Fischverkäuferin in Hue

der Professor auf der Dschunke

neues Vietnam ...Mode in Saigon

Frau Hoa –
Meisterin der Reis-Crêpes für Frühlingsrollen

auf dem Großmarkt

so war vielleicht das Journalistendasein im „Rex“

in der Lackfabrik – Einlegearbeit mit Perlmutt oder Enteneiern, deren Schalen

für verschiedene Brauntöne auch geröstet werden können

auf dem Land: Bauer auf seinem Feld, den Kühen beim Weiden zusehend

Familienausflug zum Tet-Fest

Ho Chi Minh: „Der, der nach Klarheit strebt“ – Onkel „Ho“.

„Gemeinschaftlich bauen wir die Gesellschaft und jeder findet seine Aufgabe für das nächste Jahrhundert!“

Tempel

Unsere Reise nach Vietnam und Kambodscha begann zur Zeit des Tet-Festes, des Neujahrsfestes, im Februar, das in Vietnam ganz groß begangen wird. Die Familienmitglieder kehren nach Hause zurück, man besucht Verwandte, opfert im Tempel und tischt die besten Gerichte auf.

Überall kann man Glückssymbole für den Tempel kaufen, man verbrennt Papiergeld als Symbol für kommenden Reichtum, man legt Geld in rote Umschläge (Rot ist die Glücksfarbe) und verschenkt diese an Verwandte und zündet im Tempel Räucherstäbchen an.

Wenn man ein Geschäft neu eröffnet, dann ist es wichtig, daß mit dem ersten Kunden, der über die Schwelle tritt, ein Geschäft zustande kommt, auch wenn man dabei Verlust macht. Sonst ist dem Geschäft kein Glück beschieden.
Oft feiern die Leute im Tempel des Stadtviertels, der auch als Versammlungsort dient, denn zuhause wohnt man zu beengt, um eine größere Zahl Familienmitglieder einzuladen.

Tempel sind auch oft eine Art „Confrérie“ für Landsmannschaften, die in der Fremde arbeiten, wie z.B. das Haus der südchinesischen Landsmannschaft aus Fujian in Hoi An. Man bekommt dort Unterkunft und Essen. Wenn ein roter Lampion außen am Haus hängt, so bedeutet das, daß noch jemand wach ist und man anklopfen kann.

Chúc Mùng nam moi: Glückliches Neues Jahr!

Tempel-Eingang in Hoi-An

Opfergaben am Altar
Man huldigt den Ahnen, den Göttern, aber auch oft verdienten Persönlichkeiten, die keine religiöse Bedeutung haben, aber viel für die Gemeinde leisteten.

Glücksblumen für das Neujahrsfest sind im Norden der Kumquat- und der Pfirsichbaum, im Süden gelbe Chrysanthemen.
Symbole kommen aus dem Chinesischen: Pflaumenblüte für den Frühling, Lotosblüte für den Sommer, Chrysantheme für den Herbst und die Kiefer für den Winter. Da man früher kaum Lesen und Schreiben konnte (immerhin mußte ein einigermaßen gebildeter Mensch in China schon 5000 Schriftzeichen beherrschen), war es sehr wichtig ,Symbole zu verschenken, die das, was man ausdrücken wollte, übermittelten.

Niemals z.B. hätte man einer jungen Frau das Symbol des Herbstes, die Chrysantheme geschenkt. Eine junge Frau bekam als Zeichen der Bewunderung eine Pflaumenblüte.

Kiefer Chrysantheme Lotos Pflaumenblüte

Auch war es natürlich nicht einfach, einem Kaiser zum Neuen Jahr Glückwünsche zu schicken. Man konnte ja schlecht einfach eine Karte schreiben! Deshalb schenkte man eine Kalligraphie: ein wertvolles Gemälde mit einem Symbol: das Geschenk war edel, einfach und durch das Symbol verständlich.

Interieur des Kaiserpalastes in Hue

Der letzte Kaiser in Vietnam regierte nur noch proforma von Frankreichs Gnaden. Dennoch stellte er weiterhin kaiserliche Ansprüche: seinen Tee trank er z.B. nur mit dem Wasser von Tautropfen, die die Bediensteten morgens von den Lotusblüten sammeln mußten.
Regieren hieß damals „von Norden nach Süden schauen“, denn die vietnamesischen Dynastien eroberten das gesamte Land einst von Hanoi aus über den Wolkenpaß Richtung Saigon und Mekong-Delta. Das kaiserliche Symbol ist der Drache und das kaiserliche Reittier der Elefant. Der Drache ist „Yang“, die Macht, das Männliche, während der Phönix „Yin“ verkörpert, die Weiblichkeit, das Sinnliche, die Schönheit.
Zum Jahreswechsel verschenkt man oft auch Karten mit dem Symbol der Schildkröte, was den Wunsch für ein langes Leben ausdrückt. Oder mit dem Symbol eines Karpfen, der Reichtum und Geld symbolisiert. Dennoch: keiner möchte als Karpfen wiedergeboren werden, deshalb sind viele Karpfenteiche mit einer Einfassung aus Drachen versehen, denn jeder strebt schließlich nach einer höheren Ebene im nächsten Leben.

Das Volk der Kham eroberte Vietnam ab dem 4. Jahrhundert und entwickelte eine Reissorte, die in 100 Tagen reifte (sonst: 120 Tage). Im Mekong-Delta waren dadurch 3 Reisernten pro Jahr möglich. Ein Reisbauer erwirtschaftete so viel Reis, daß 30 Familien davon leben konnten. So wurden durch die gesicherte Ernährung genug Arbeitskräfte frei, um die Tempelstadt „My Son“ im Dschungel bei Hoi-An zu erbauen.

Besonderheit dieser Tempelanlage ist die Bauweise aus hochwertig gebranntem Ziegelstein, der mit dem Mörtel eines Baumharzes, des Dao-Rai-Baumes verfugt wurde, die Jahrhunderte überdauerte und auch heute noch in voller Pracht stünde, wenn die Amerikaner „My Son“ nicht als vermeintliches Waffenlager des Vietcong bombadiert hätten und damit fast alle Tempeltürme zerstörten.

Tempelanlage von „My Son“

Hanoi Literaturtempel: so viele Leute strömen am Tet-Fest zum Tempel, um z.B. hier die Kraft der Weisheit und der Bildung zu verehren und auch ihren Kindern weiterzugeben, wie wichtig Bildung für eine bessere Zukunft ist. 

Angkor Wat und die Tempel der Khmer in Kambodscha 

Die Khmer, das einheimische Volk in Kambodscha, waren geniale Wasserbauingenieure. Durch den Bau von riesigen Wasserspeichern, oft nicht in die Erde gegraben, sondern als Wasserflächen mit riesigen Mauern umgeben, erreichten sie ebenfalls eine sehr gute Reisernte, denn die Trockenzeit dauert in Kambodscha fast 6 Monate, während der normalerweise kein Reisanbau betrieben werden kann. Durch die Wasserspeicher war Reisanbau auch während der Trockenzeit möglich.
Reisbauern benutzen als Hilfskräfte Wasserbüffel und Rinder. Der Vorteil der Wasserbüffel ist, daß sie sehr stark sind und große Gewichte ziehen können. Sie haben aber eine empfindliche Haut und müssen alle 3 Stunden im Bach mit Wasser übergossen und gepflegt werden. Rinder sind nicht so stark, aber unempfindlicher gegen Sonne und Hitze.
In der Trockenzeit wird das Vieh mit Reisstroh gefüttert, das die Bauern weicher machen, indem sie Palmzucker mit Wasser aufkochen und das Stroh damit tränken. So ist es besser verdaulich und für die Tiere leichter zu fressen. 

Wasserbüffel-Fuhrwerk 

der Nationalbaum Kambodschas: die Zuckerpalme (Relief in Angkor Wat) 

Die Zuckerpalme existiert in einer männlichen und einer weiblichen Form, die sich gegenseitig befruchten. Die Früchte werden eingekocht und in Förmchen abgefüllt. 

 

Die Khmer waren Meister des Flachreliefs, denn ein Flachrelief ist erst bei näherem Hinsehen wirkungsvoll.Von weitem wirkt allein die Architektur auf den Betrachter, was die Absicht der Khmer war. Der Pilger sollte zuerst von der Architektur beeindruckt sein und beim Näherkommen dann die Bilderzählungen der Flachreliefs lesen.

Erbaut wurde Angkor Wat als Staatstempel in nur 40 Jahren Bauzeit von König Surjavarman II. um 1150 n.Chr. Wiederentdeckt wurde die vom Dschungel überwucherte Tempelanlage von Henri Mouhot 1860. Eigentlich als Botaniker im Auftrag der französischen Kolonialherren unterwegs, stieß Henri Mouhot auf diese riesige, verwunschene und vergessene Tempelanlage und löste mit seiner Entdeckung ein „Angkor Wat Fieber“ in Frankreich aus. Die Exotik im Dschungel war so phänomenal, daß man alle Kräfte aufbot, um die Tempelstadt freizulegen.

Angkor Wat ist ein Palast der Exaktheit.
Die Sandsteine der Verkleidung vor den Grundmauern aus Lazerit (ein Lehmstein, den man aus dem Boden holt und der sehr hart wird) sind so exakt behauen und beim Aufeinanderschichten miteinander verrieben worden, daß man keinen Mörtel brauchte und die Steine sich selbst stabilisierten.
Die Form der Angkor-Türme symbolisiert eine geschlossene Lotusblüte. 

Angkor Wat 

Die Tempelanlage beherbergte einst fast 20.000 Menschen, und heute kommt ein Vielfaches an Besuchern, um eines der größen Meisterwerke Asiens zu besichtigen. Kambodscha wäre ohne Ankor Wat nach eigener Aussage ein vergessenes Land und umso dankbarer ist man für diese Touristen-Attraktion, die viel Geld in die Staatskasse schwemmt. 

Zarte Relief-Darstellung einer „Apsara-Figur“, einer engelsgleichen Wächterin des Tempels.
Engel, das ist der Ausdruck reiner Gedanken, und genau das ist auch die
Funktion der „Apsaras“, die in allen Tempeln in vielfältiger Form immer wieder vorkommt. 1850 Apsara-Figuren wurden allein in Angkor Wat gezählt.

Technisch wurden die Reliefs so verwirklicht, daß man Zeichnungen an die Wand pauste und dann die Linien zartfühlend mit feinen Werkzeugen in den Stein „schrieb“. Details aus der indischen Mythologie, Schlachtendarstellungen, Szenen aus dem Alltag, alles erzählt von der Zeit der Khmer und man muß immer wieder bedenken, daß ja kaum jemand lesen konnte und man deshalb eine Art „Comic-Strip“ aus Stein entwickelte, um den Menschen die Geschichte der Weltentstehung (z.B. die Verquirlung des Milchozeans) und ihrer Götter zu erklären.

Die Feinheit der Reliefs ist unvergleichlich und hat in ihrer atemberaubenden Dynamik auch heute noch die Faszination, die sie damals auf die Pilger ausübte. 

endlose Wandelgänge mit Tonnengewölbe in derTempel-Anlage von Angkor Wat, an deren Wänden das längste Flachrelief der Welt mit 800 m seine Geschichten erzählt

Angor Thom 

Götter und Dämonen 

Ta Prohm – der Garten der „Würgefeige“

Diesen verwunschenen Tempelwald mit den riesigen Urwaldbäumen, die die Tempelruinen gefangen halten, haben die Archäologen wegen seiner außergewöhnlichen Athmosphäre und der geballten Kraft der Natur weitgehend so belassen, wie er war. Die Urwaldbäume konnten sich aus Samen, die im Vogelkot auf die Steine fielen, entwickeln, denn die Luftfeuchtigkeit in den Mauerspalten ließ die Samen keimen und dann den Sämling wachsen. Kapok- Baum und Würgefeige lieferten das Material für diese malerische Kulisse des Klosters von Jayavarman VII. aus dem Jahr 1186 und dienten auch als Filmkulisse (Lara Croft – Tombraider). 
 
Chinesen vor Würgefeige 
Tempel der Frauen – Banthea Srei 

Die bezaubernde Tempelanlage aus rötlichem Sandstein, deren Friese wie aus Holz geschnitzt wirken, wurde erst 1914 von französischen Wissenschaftlern entdeckt und ist heute eine der Hauptattraktionen von Angkor geworden. 

Der vielarmige Dämonenkönig Ravana schüttelt den Kailash, den heiligen Berg, auf dem Shiva und Uma thronen. 

erholsam und leise 

Krieg

Unser Guide, Mr.Phong, von Saigon-Tours sagte zu Beginn der Fahrt zu den Tunnelanlagen von Cu-Chi bei Saigon, wir Westler würden immer vom „Vietnam-Krieg“ reden. In Vietnam selbst sage man dazu aber „der amerikanische Krieg“, denn Vietnam hätte seit dem 2. Weltkrieg 30 Jahre lang Krieg überstehen müssen: erst den französischen gegen die Kolonialmacht, dann den amerikanischen bis 1975, dann den Krieg gegen den Aggressor Chinas und dann den Krieg gegen Kambodscha.

„Where are you guys from?“ – “Australia, Germany, USA, France...? So, no fight in my bus!”

Vietnam ist heute ein junges Land, der “amerikanische Krieg” ist längst vergessen und die neue Generation will nach den “Doi-Moi”-Reformen der kommunistischen Regierung 1986, die Privatinitiative und Kleinunternehmertum erlaubte, nur noch eines: Geld verdienen und den Anschluß an die westliche Welt schaffen.

Dies spiegelt sich überall in der Gesellschaft wider und der Vietnam-Krieg ist heute eine, zwar zynische, aber auch einträgliche Touristenattraktion.

Margret und ich machen unseren freiwilligen „Kriegs-Ausflug“ zu den Tunnelanlagen von Cu Chi, die sehr plastisch und anschaulich das System des legendären „Ho Chi Minh-Pfades“ darstellen. 

Blick aus der „Tunnel-Küche“ 

Die Tunnelanlagen des „Ho Chi Minh Pfades“ ermöglichten es, den Guerilla- Kämpfern des Vietcong, den Krieg erst gegen die Franzosen und dann gegen die Amerikaner zu gewinnen. Ein 20.000 km langes Wegenetz vom Norden durch Vietnam, Laos und Kambodscha machte die Guerilla-Armee unsichtbar. 

Unter der Erde wurde gelebt, gekocht, Material transportiert und Verwundeten geholfen. Man tauchte auf und verschwand – der Feind war zunehmend ratlos und im unwegsamen Dschungel total entnervt. Nicht umsonst wurden die Gegenmaßnahmen der Franzosen (erstmaliger Einsatz von Napalm in Dien Bien Phu) und der Amerikaner (Versprühen im Laufe von 10 Jahren von 80 Mio. Tonnen hochgiftigem Entlaubungsmittel – Agent Orange – das den Boden ganzer Landstriche unfruchtbar machte und Krebs und Mißbildungen in der Bevölkerung bis heute auslöst) immer grausamer.

Gegraben wurden die Tunnel mit Schaufel und Tragekorb. Man füllte mit dem Erdaushub entweder die Bombentrichter oder verstreute diesen im Fluß, damit kein Hinweis auf Grabungen dem Feind die Tunnel verriet. Die Belüftungslöcher mit Bambusgittern versteckte man unter künstlichen Termitenhügeln oder Bäumen, den Rauch der Kochfeuer leitete man in aufsteigenden Schächten, die mit Bambusklappen versehen waren, weit entfernt von der Kochstelle nach draußen (gekocht wurde sowieso nur nachts). Um die Zu- und Abluftstellen wurde der Boden vermint. 

Belüftungsloch 

Um die deutschen Schäferhunde der amerikanischen sog „tunnel rats“ keine Witterung aufnehmen zu lassen, verstreute man vor den Löchern amerikanische Zigarettenstummel und zerrissene, gebrauchte amerikanische Uniformen
(Mr. Phong: „No Vietcong smell, no risk!”) 

Abluft der Kochstellen 

Die Amerikaner versuchten dann, die Tunnel zu fluten, aber die Vietcong trafen hier ebenfalls Gegenmaßnahmen: man installierte Bambusklappen, die einen Tunnelarm zwar volllaufen ließen, dann aber geschlossen werden konnten, so daß das restliche Tunnelsystem trocken blieb.

Eine furchtbare Gefahr für die GIs waren auch die Dschungelfallen: tiefe, getarnte Löcher mit Bambusspießen oder Metallspießen mit Widerhaken, aus denen eine verletzter Soldat nur herauskam, wenn man ihm das verletzte Bein amputierte. 

In den Dörfern schützte man sich gegen nächtliche Überfälle, indem man an den Rückseiten der Türen Metallspieße anbrachte, die Tür wie eine Wipptür funktionierte, und wenn ein Soldat die Tür eintreten wollte, diese dann wippte und mit den Metallspießen mit voller Wucht gegen den Angreifer schlug. 

Falsche Spuren zur Regenzeit wurden mit Sandalen gelegt, die falsch herum geflochten waren: der Vietnamese ging vorwärts, die Spur zeigte aber rückwärts.

Die amerikanischen Soldaten gerieten psychisch dermaßen unter Druck, daß der Drogenkonsum extrem zunahm. An Drogen war leicht zu kommen, denn einen Teil der Kriegskosten finanzierte die US-Armee mit Opium aus Laos, wo ein Bergvolk, die Hmong, traditionell seit Urzeiten Opium anbauten. AIR AMERICA flog das Opium nach Danang, wo es weiterverabeitet wurde zu Heroin oder anderen Drogen, und verkauft. 10.000 Hmong-Söldner kämpften auf der Seite der USA und erhofften sich dadurch einen Status der Unabhängigkeit von der Zentralregierung. Dies wurde später im vereinigten Vietnam von der kommunistischen Regierung bitter bestraft.Vor diesem Drogenkrieg hatten die USA kein Drogenproblem, danach schon, denn Tausende traumatisierte Veteranen waren entweder nach dem Krieg bereits abhängig oder befreiten sich von ihren Dämonen im Kopf durch weiteren Drogenkonsum.

Teile von Laos, durch die die Tunnel führten, sind heute Sperrgebiet, denn der Boden ist so stark vermint oder von nicht explodierten Bomben verseucht, daß es Lebensgefahr bedeuten würde, diesen zu betreten. 

Pol Pot und die Roten Khmer 

Im Minen-Museum von Mr. Akira in Siem Reap/Kambodscha hängt diese seltene Aufnahme von Pol Pot und seiner Führungsriege. Mr. Akira wurde von den Roten Khmer als Kindersoldat zum Minenlegen zwangsverpflichtet und arbeitet heute als „Fachmann“ für Minenräumung in einer NGO mit. Er hat das Minenmuseum eingerichtet, das die furchtbaren Auswirkungen von Landminen in ihrer ganzen Schrecklichkeit deutlich macht.
Auch heute noch verletzten Landminen in Reisfeldern Tausende von Bauern und spielenden Kindern, ein Abkommen zur Ächtung von Landminen haben die USA und die Sowjetunion bis heute nicht unterschrieben. Minenopfer mit verlorenen Gliedmaßen oder blind müssen ihren Lebensunterhalt als Straßenmusiker oder Bettler bestreiten. 

Pol Pot und die „Roten Khmer“ kamen im Zuge des Vietnam-Krieges als Guerilla-Organisation an die Macht. Finanziert von China und Nordvietnam kämpften sie auf kambodschanischem Boden gegen die USA und übernahmen nach dem Putsch von Lon Nol, der scheiterte, die Macht. Mit dem Fall von Saigon herrschte das Terror-Regime von Pol Pot in Kambodscha und installierte eine Schreckensvision von einer Art „Urkommunismus auf dem Land“. Pol Pot regierte vom Norden aus und blieb weitgehend unsichtbar. Seine gegen das Bürgertum und Intellektuelle fanatisierten Garden (ähnlich der Kulturrevolution in China) entvölkerten in wenigen Tagen die Hauptstadt Phnom Penh, ermordeten die Elite des Landes und deportierten den Rest der Menschen aufs Land. Phnom Penh wurde zu einer Geisterstadt.

Folter, Hunger, Ausbeutung und Angst waren an der Tagesordnung. Ein gnadenloser Plan zur Steigerung der Reiserntenerträge, deren Erlös zum Kauf neuer Waffen verwendet wurde, brachte das Land an den Rand des Ruins. Nach dem Ende des Regimes, nach nur 4 Jahren, war ein Drittel ,der kambodschanischen Bevölkerung ermordet oder verhungert. 

Das Ende des Pol Pot Regimes brachten die Vietnamesen.
Pol Pot griff nämlich Vietnam 1978 an, um sich die alten Stammesgebiete der Khmer, das Mekong-Delta und die Gegenden um Angkor zu sichern. Das Ausland mischte sich nicht ein, denn China hielt die Hand über Pol Pot, und überdies drangen auch wenige Nachrichten von den Terrorakten der Roten Khmer nach außen, weil das Land völlig abgeschottet war.
1979 eroberten die Vietnamesen Phnom Penh und vertrieben Pol Pot in den Norden, von wo er noch 10 Jahre Guerillakrieg gegen den kambodschanischen Staat führte, bis der Krieg beendet war. 

Für Kambodscha war das Eingreifen der Vietnamesen die Rettung, ansonsten wäre das kambodschanische Volk vermutlich ausgestorben. 

China intervenierte zwar noch gegen Vietnam aufgrund dessen Engagements in Kambodscha und marschierte in den Norden Vietnams ein, hatte aber große Schwierigkeiten, weitere Landgewinne zu erreichen. Nach 3 Wochen mußte sich China zurückziehen. 

Die großen Konflikte in „Cochinchine“ sind beendet und die Welle des Aufbaus konnte beginnen. 

Kriegsverbrecherprozesse gegen die Clique um Pol Pot sind nur zäh angelaufen und die vermutlich 40.000 ehemaligen Kämpfer der Roten Khmer mußten irgendwie in die Gesellschaft integriert werden.
Man entschied sich für eine Politik der Versöhnung und des Verzeihens, wenn auch noch viel Mißtrauen in der Bevölkerung gegen vermutete Rote Khmer besteht.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten hatten junge Bauernsöhne damals auch schon? Die Armee bot eine! Die Roten Khmer gaben ihnen eine Idee, bildete sie aus und schickten sie mit einem Auftrag los.
Eine Generation junger, ungebildeter Leute vom Land wurde mit dem Wahn Pol Pots instrumentalisiert und tat, was man ihr sagte. Sie war plötzlich wichtig, bekam Sold und eine Aufgabe. Hinterfragen tat und wollte keiner, auch aus Angst. 

Was war sonst noch? 

Ausflug in die Halong-Bucht

Der James-Bond-Film: „Der Morgen stirbt nie“,wurde hier zwar nicht gedreht, wie ich gedacht hatte, sondern inThailand, aber einen Cocktail ist die Halong- Bucht allemal wert, solange man nicht in die Gewalt von chinesischen Dämonen gerät.

Anscheinend treffen sich hier auch viele chinesische Geschäftsleute für ein wildes Wochenende mit ihrer Freundin, denn in der Minibar im Hotel gab es folgende Utensilien (mit Preisliste):
3 Kondome

Moskito Repellant Sonnenmilch
Gin
Whisky

Kaffee
Tee Trockensuppe Cracker Wasserkocher

...fehlten eigentlich nur noch ein paar Potenzmittel aus der chinesischen traditionellen Medizin...Tigerkralle oder eingelegte Schlange oder so... 

Putzerfische 

Das mußte ich wirklich mal ausprobieren! Putzerfische für die Füße!
Sie knabbern die Hornhaut weg und machen ganz weiche Füße. Am Anfang kitzelt es ein wenig, aber dann ist es echt lustig, mitten im Alten Markt in Siep Reap zu sitzen und sich die Füße sauber knabbern zu lassen. Für 3 Dollar! Und hinterher hält eine Dreiviertelstunde noch ein tolles vitalisierendes Gefühl in den Füßen an.
Magrets Tipp: Hingehen, wenn die Fische noch hungrig sind! 

Sprach- und Computerprojekt in einer Dorfschule von Kambodschanern für Kambodschaner 

Englisch-Unterricht 

Eine neue Zukunft für Kambodscha, denn immer noch gehen nur 70% der Kinder nicht mehr als 4 Jahre in die Schule, weil sie Geld verdienen müssen. 

70 % der Kambodschaner sind unter 20.
30% der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser.
Die Kinderprostitution hat sich von Thailand nach Kambodscha verlagert.
Es gibt ein Riesen-AIDS-Problem.
Es gibt keine staatliche Gesundheitsvorsorge, alle Arztbesuche müssen bar bezahlt werden und bei Medikamenten hat man nicht die Garantie, daß man ein Original-Medikament bekommt.
Alle Investitionen in Kambodscha kommen aus dem Ausland:
die Hotels in Siem Reap sind von thailändischen Investoren gebaut, die Straßenbeleuchtung wurde von Japan finanziert, die Kanalisation von Südkorea. Archäologie wird von den USA, der EU, Canada und Deutschland gesponsort. 

Eine neue Grundwasserpumpe für sauberes Wasser sorgt für 5 Familien und kostet mit Eigenleistung 120 Dollar. Ohne die Finanzmittel einer NGO hätte sich das Dorf die Pumpen nicht leisten können. 

Koloniales Erbe 

Die Franzosen haben nicht nur das „Baguette“ als koloniales Erbe hinterlassen, sondern auch die Eisenbahn von N nach S, von Hanoi nach Saigon, die Staatsstraße von Hanoi nach Saigon, die Brücke von Gustave Eiffel in Hue, die Alleen in Saigon und Hanoi, die die Städte lebenswerter machen, die schönen Kolonialgebäude, die heute Ämter beinhalten und einfach edler anzusehen sind als kommunistische Plattenbauten.

Man gerät in einen Zwiespalt, wenn man alles beurteilen will: Vietnams Rohstoffe wurden brutal ausgebeutet (Kautschuk für Michelin-Reifen, Reis für Frankreich, Edelsteine für Schmuck), aber eine Infrastruktur wurde hinterlassen, die heute noch funktioniert. Aus dem Land wurde extrem Geld herausgezogen, aber ohne die Franzosen wären die Kunstschätze der Kham und Khmer nicht in die Museen des Landes gewandert und erforscht und katalogisiert worden. Angkor Wat würde noch im Dschungel dahindämmern und Saigon wäre ein Dorf geblieben.
Jeder muß selbst beurteilen, was er davon hält...mir erscheinen Errungenschaften auf beiden Seiten wichtig: Selbständigkeit und Infrastruktur, Bildung und traditionelle Werte (was für ein Glück für Vietnam im Weltgeschehen, daß der französische Jesuit Alexandre de Rhodes bereits im 17.Jhd. die chinesischen Schriftzeichen Vietnams in lateinische Buchstaben mit der richtigen Lautbetonung dieser tonalen Sprache transkribiert hat. So ließen sich europäische Fremdsprachen einfach viel besser und schneller lernen). 

Hauptpostamt in Saigon

Anekdoten 

Frankfurt/Flughafen: „Wo ist der Vietcong-Schalter?“

Der Frangipani-Baum, der heilige Tempelbaum, hat Blüten, die, wenn man die Augen zumacht, duften wie ein süßes Mädchen. Manfred: „Aber wehe, man macht die Augen wieder auf!“

Konsultation in der Hotelbar in Danang auf vietnamesisch: Gabi hat Halsschmerzen.
Margret in ihrer Funktion als Ärztin a.D. leuchtet ihr daraufhin mit dem Handylicht in den Hals, benutzt als Spatel den Saté-Spieß und meint: „Bakteriell ist das nicht. Das ist keine Krankheit, das ist eine Befindlichkeitsstörung!“

Trübes Wetter am China Beach.
Margret: „Ihr wißt doch, was Regenwolken und Menschen gemeinsam haben. Wenn sie sich bis 11 Uhr verziehen, kann der Tag noch schön werden.

Manfred: „Bitte zwei Lollen! Wir zahlen in Ding-Dong!“

Margret vor dem „Tunnel-Tag“: „Ursula und ich, wir machen einen Kriegsausflug. Das ist viel interessanter als das Megacong-Delta!“

Margret: „...du weißt schon, die zwei Boxer... Kalaschnikoff...oder so...“

Manfred nach dem ersten Tempel und einer Dose Bier aus der Kühlbox der Verkaufsstände: „Dat Saigon, dat schmeißt einen ja um Stunden zurück, aber et schmeckt eben!“

Margret, durstig, mit einer lauwarmen Flasche Wasser ohne Kohlensäure: „Water is for fishes, wie mein Schwiegersohn immer sagt.“

Manfred beim Tempeltanzmenü: „Die Suppe* iss ja kalt!“ Hannelore daraufhin: „Carpaccio iss immer kalt!“ (*Gazpacho)

Manfred verbiegt seine Finger und läßt sich von der kambodschanischen Bedienung ein „Mudra“, die Handhaltung des Tempeltanzes „Fruit“ erklären: „Aha, the fruit! This both come from and the other behind! Okay!“

Manfred zeigt mit drei Fingern das Mudra „Knospe“: Was bedeutet das? Drei Bier!“ 

Manfred und Hannelore aus Wuppertal

„Wuppertal, das ist doch eine arme Stadt“ –„Ja, dat sehen `se an uns, wir haben gerade 2 Millionen* ausgegeben!“ (*Dong)

Ich zu Magret: „Meinst Du, ich kann meine Cognac-Flasche für den Flug nach Da Nang in den Koffer tun?“ – Margret: „Wenn du sie zudrehst, schon!“ 

Margret und Onkel Ho 

Nach zu viel Meeresfrüchten beim Essen Doris zu Albert: „Daß wir bloß keine Fischvergiftung bekommen!“ Dann zu mir: „Woisch, das ham mir scho amoi g`hobt. Da hen i net gwißt, ob i den durchbring!“

Otto featuring Lao-Tse:
„Das Auge des Herrn macht die Kuh fett.“

Otto, wo ist Otto? Er teilt seiner Frau gerade wieder 5 Dollar zu! 

Otto und seine Hannelore 

In der Hotelfachschule, wo einer der Schüler sich wirklich dermaßen blöd angestellt hat, daß mir der Kragen geplatzt ist: „Hat der etwa gestern noch Wasserbüffel gefüttert?“ 

Fußmassage in Saigon ...da, wo immer die Koreaner hingehen, im „Golden Lotus Spa“:

Wenn man sich anmeldet, werden einem für die Wartezeit grüner Tee und Melone angeboten. Dann führt einen eine kleine Dame in einen dunklen Raum, der anmutet wie bei Suzie Wong, wo schon Leute auf mehreren Liegen liegen und z.T. bereits bearbeitet werden. Man muß eine Art kurzhosigen Schlafanzug anziehen.
Man legt sich in einen tiefen, tiefen, weichen Sessel und bekommt kühle Tücher auf das ganze Gesicht gelegt, obwohl man gar keine Kosmetik bestellt hat. Langsam fängt man an, sich zu entspannen, obwohl das gar nicht so einfach ist, weil man erstens ja nichts mehr sieht und zweitens nicht weiß, was auf einen zukommt.
Die Füße werden erst heiß, dann kalt gewaschen. Dann beginnt die Massage. Für eine 3⁄4 Stunde wird alles Erdenkliche an Bein und Fuß gewalkt, geknetet, gebogen, massiert und am Schluß robbt die kleine Masseurin mit ihrem ganzen Körpergewicht auf den Oberschenkeln herum und lockert noch einmal alle Muskeln.
Zwischendurch fragt sie die Masseurin immer mal wieder mit Fistelstimme: „Okay, Madame?“ Und wenn man brummt: „Be carefull“ oder „slowly please“, dann holt sie jemanden, der ihr übersetzt. Dann kichert sie und macht genauso weiter wie vorher.
Nach der 3⁄4 Stunde wird noch 1⁄4 Stunde der Nacken massiert, obwohl man Fußmassage bestellt hat. Vielleicht gibt es da verborgene Meridiane, die eben aktiviert werden müssen.
Am Schluß werden die Tücher vom Gesicht genommen, man zieht sich wieder an und verläßt den Raum.
Man zahlt 13 Dollar, gibt 3 Dollar Trinkgeld, worüber sich die kleine Dame wahnsinnig freut und wieder kichert wie verrückt, und man selbst schwebt raus wie auf Wolken.
Diese Koreaner, die wissen schon, was gut ist! 

Fazit

Suppe ißt man nur auf der Straße.

In Vietnam arbeiten die Frauen. Die Männer stehen entweder herum, rauchen, trinken Kaffee oder spielen mit ihrem Smartphone.

Fazit aller Tempel: Dämonen bedrohen den Weltfrieden und Shiva muß immer mal wieder aktiviert werden, um diesen zu retten. Natürlich darf er dabei nicht vergessen, den Milchsee zu quirlen.

Wenn Archäologen keine Ahnung haben, dann sagen sie immer, es wäre ein Opferplatz.“ (My Linh)

Ohne Angkor Wat wäre Kambodscha in der Welt vergessen.

Wer lange Haare hat und niemanden, der sie pflegt, bekommt Läuse. (Shiva hatte lange Haare, also jemanden, der sie pflegt. Die Mönche haben geschorene Köpfe und offensichtlich niemanden)

Die Steigerung der Fahrzeuge in Vietnam: Cyclo (geldgierige Fahrer), Xe Om (lebensgefährliche Fahrer), Tuk-Tuk (ahnungslose Fahrer), Auto (superreiche Fahrer mit Fahrer).

Wenn man einmal kapiert hat, daß alles im Wandel ist, dann hat man nur ein Ziel: bloß nicht als Karpfen wiedergeboren werden!

Vietnam und Kambodscha brauchen dringend einen unbestechlichen Umweltminister und einen Verkehrsminister, sonst droht der Kollaps!
Erst wenn man nach Hause kommt, merkt man, wie unbezahlbar frische Luft und frisches Wasser sind. Man schaut aus dem Zug und denkt: „Haben die die Landschaft mit dem Staubsauger sauber gemacht?“ , so frisch und aufgeräumt wirkt alles. Und wenn man aus dem Zug aussteigt, nimmt man einen tiefen Atemzug Sauerstoff ohne Abgase,ohne Staub, ohne Dreck...was für ein Gefühl und was für ein Geschenk!

Aus dem Handbuch eines Kolonialbeamten: „Wie überlebt man Asien? Mit Whisky, Bier und Aspirin!“

Faustregel für Kambodscha: Nach dem ersten Tempel....ein Bier! 

Die Studiosus-Family im Griff der Würgefeige. 

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