In seinem neuen Buch „Handwerk" hat der amerikanische Soziologe Richard Sennett sich Gedanken zu diesem Thema gemacht und es scheint uns wert, einige von diesen hier weiterzugeben:

Handwerk ...
... das bedeutet, eine Arbeit um ihrer selbst willen gut zu machen.

... das bedeutet, die Welt wird im wörtlichen Sinn „begriffen" und so ein Sinn für Wertstoffe herausgebildet. Es liegt sozusagen „in unserer Hand", hochwertige Arbeit zu leisten.

... das bedeutet, Fähigkeiten erworben  zu haben, die einen als Arbeitskraft unverzichtbar machen.

... das bedeutet, auch als Konsument urteilsfähig zu sein, weil man eben die Natur und die Herstellung der Dinge beurteilen kann.

... fördert Eigenschaften wie Stolz, Bindungsfähigkeit, Engagement und Loyalität und schafft Zugehörigkeitsgefühl.

... bringt „handwerkliche Intelligenz" hervor, die sich äußert in Aufmerksamkeit, Phantasie, Improvisationstalent, Kombinationsgabe.

... findet an einem Ort statt, einer „Werkstatt", der soziale Tugenden vermittelt wie Anpassungsfähigkeit, Rücksichtnahme, Teamfähigkeit und dafür „Geselligkeit" bietet

... basiert auf Übung, Erfahrung und Kreativität und gestaltet letztendlich die Gesellschaft mit, in der Handwerk ausgeübt wird.

In der europäischen Tradition ist das Handwerk sehr stark verwurzelt, hat Qualitätsbegriffe wie den „Meisterbrief" hervorgebracht, die für sorgfältig ausgeführte Arbeit stehen und eine Garantie für den Verbraucher bieten.

Über solche Werte sollten wir nachdenken und in der Bildungspolitik berücksichtigen.