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Wie ich einmal Josef Dieter Kühler nicht enttäuschen wollte – oder: auf der „Leberwurstlinie“ zum „Genußgipfel“.

Wie ich einmal Josef Dieter Kühler nicht enttäuschen wollte –  oder: auf der „Leberwurstlinie“ zum „Genußgipfel“.
Selbst ausstellen mit meinen fränkischen Leberwurst-Produkten beim „Genußgipfel von Corpus Culinario“ auf „Zollverein“ in Essen im April 2011, das war eine meiner berühmten spontanen Entscheidungen, deren Tragweite ich erst viel später bewußt wurde.

Als der Termin immer näher rückte, als der Hinweis auf meinen Stand und dessen Produkte an die Gesellschafter bereits verschickt waren, als ich langsam planen mußte, wie das alles ablaufen sollte, ging es mir wie auf der Taxifahrt von Witten zum Jagdhaus Schellenberg:

„Hallo?“ – „Ja!“ – „Es ist wegen dem Auto!“ – „Wegen welchem Auto?“ – „Na, den Mercedes, den kannst Du jetzt kriegen!“ – „Welchen Mercedes?“ – „Na den Mercedes, über den wir kürzlich jesprochen han…“ – „Weißt Du, mit wem Du sprichst?“ – „Ja, mit Hassan, oder?“ – „Nein, hier spricht der Bülent!“ – „Nicht Hassan?“ – „Nein…und  ich fahr‘ auch gerade Kundschaft!“ – „Wohin?“ – „Nach Essen!“ – „Ach so….und wann fährt Hassan?“ – „Der fährt morgen wieder, ab 17 Uhr….“ – „Jut, dann meld‘ isch misch morgen nochmal, wenn Hassan Schicht hat…“ – „Ist gut!“ – „Et iss wegen dem Mercedes, weißt..te…?“ „Ja…Hassan wird’s schon wissen!“ – „Jut, dann bis morgen!“

Ich hatte leider keinen Hassan, auf den ich alles abschieben konnte.
Unser kleines Team, Thomas Herbrich und ich, mußte alles selber schaffen. Den Lastenaufzug zum „Erich-Bost-Pavillon“ auf „Zollverein“ finden, das ganze Messezeug raufschaffen auf  Etage 38, den ganzen Kram auf  Tisch Nr. 21 aufbauen und das, was man nicht gebrauchen konnte, diskret unter dem Tisch verschwinden lassen, die „Give-aways“ handlich parat stellen, die Versuchsbrote schmieren, die Auftragszettel griffbereit halten und sich schließlich auch selbst „dekorieren“.

Hier nun die Erlebnisse einer in Messe-Dingen völlig blauäugigen Fleischerei-Chefin aus der fränkischen Provinz, die sie nach erfolgreich bestandenem „Genußgipfel 2011“  und der Überwindung der totalen Erschöpfung nach diesem Tag in ihrem Fundus unter „Lebenserfahrungen“ abspeichert.

  1. Niemals zu viele Produkte anbieten. Maximal 6 Produkte genügen, wenn man sie wirklich intensiv beraten und verkosten lassen will. Man kriegt sonst echt die Panik und vergißt vor lauter Schreck, sich Visitenkarten der Interessenten geben zu lassen. Okay, schönes Gespräch – aber unter dem Strich? Kein Auftrag!
  2. Die Verkostungsproben nicht zu groß machen…alle, die am Stand vorbeikommen, sind bereits rettungslos abgefüttert und haben Angst um ihre Figur, erliegen aber dennoch der Neugier nach Neuem.
  3. Super-Tipp vom Manager des Pavillons zum Thema: Wo sich umziehen nach dem  Aufbau des Standes?  Im Behinderten-Klo!  Viel Platz, kaum Publikumsverkehr…und man kann so viel Zeit brauchen, wie man will, denn man ist ja (eigentlich wirklich in diesem Moment)  behindert!

  4. Thomas Herbrichs „Notfallkiste“: Ein solches Kartönchen ist enorm wichtig, denn es enthält all die Kleinigkeiten, an die man unmöglich einzeln denken kann: Pflaster (brauchten wir gleich nach den ersten Broten, weil das Brotmesser so scharf war), Knete, damit die Dosen auf dem Tisch nicht wegrollen, Tesa-Film, Faden, Bürohefter, um die Visitenkarten an die Aufträge zu klipsen (falls man welche bekäme), Bleistift, Aspirin, etc. etc. Solch ein Sammelsuriumskästchen  füllt sich im Laufe eines Lebens, immer wieder kommt ein nützliches Untensil dazu, und es wird einem in jeder Lebenslage schließlich unentbehrlich.

  5. Outfit! Wenn man ein bestimmtes Motto hat, ist es nützlich, ein themenbezogenes      Outfit zu tragen. In unserem Fall war das Ganze ja irgendwie bayrisch/fränkisch. Dazu dachte ich mir das „Dirndl“ aus. Im Norden ist es als Kleidungsstück ja ganz ungewöhnlich, nach 6 Stunden Messezeit versteht man als Dirndlträgerin auch, wie erleichtert die Frauen gewesen sein müssen, als das Korsett endlich abgeschafft wurde! Aber – als Hingucker – optimal!

  6. Alukisten für den Transport:Erstens sind sie leicht! Superleicht! Dann kann man kühlbedürftige Ware darin gut lagern und im Hotelkühlraum abgeben, bis die Messe beginnt, denn die Kälte transportiert sich schnell nach innen. Außerdem sind sie hygienisch und abschließbar. Am Messestand selbst sind diese formschönen Expeditionswunder der ideale Platz, um all den Ramsch verschwinden zu lassen, der vom Auspacken übrig blieb: Papier, Tüten, kleine Kartons, die Jeans nach dem Umziehen und die alten Schuhe, die keiner sehen darf;  die Handtasche, um sie vor Klau zu bewahren und den“ Underberg“, den man vor lauter Aufregung zwischendurch mal schnell nötig hat. All das hilft wirklich schnell „über den Berg“, auch wenn das Ruhrgebiet nur 80 m hoch liegt und die höchste Erhebung ein Berg aus Kohleschlacke ist.

  7. Geschenke verteilen…handlich, praktisch, gut!Geschenke erhalten oder erschaffen die Freundschaft…aber nur, wenn sie nicht zu groß, sperrig oder schwer sind! Bloß niemanden belasten! Am allerwenigsten die Ehemänner der Geschäftsfrauen, denn die werden echt sauer, wenn sie alles schleppen müssen! Kleine Tütchen für’s Handgelenk, mit Proben, Preislisten, Visitenkarten, Aufmerksamkeiten. Die wirken bis zuhause…und noch eine Weile darüber hinaus! Die Geschenke großzügig verteilen, auch an die Kollegen der Mitaussteller – unglaublich, wie schön das ist, wenn man mitten im Messe-Geschehen dafür ein Gläschen Champagner angeboten bekommt, den sonst nur der Elysée-Palast trinkt, oder ein „Pflümli“ aus dem Schwarzwald („pascht doch ideal zur Läääberwurscht?“), oder ein Praliné zum bitter nötigen Kaffee zwischendurch, oder ein Glas Rosé von einem unglaublich netten Franzosen, der wirkt, als wäre er einem Buch von Sempé entsprungen. Und ganz nebenbei begegnet man auf der „Leberwurst-Linie“ auch noch einem Traditionsbetrieb aus der Heimat, dessen Produkte ganz hervorragend in das Konzept passen: „Lieber Kunde, Sie wissen gar nicht, was wir im Fränkischen alles zu bieten haben…“ Kämpfen für die Region, Kämpfen für die guten Produkte, die gar nicht so weit weg sein müssen…manchmal findet man sie direkt vor der Haustür!  Allerdings muß man für diese Erkenntnis manchmal bis ins Ruhrgebiet fahren! Aber, wir wissen alle: der Weg ist das Ziel!

  8. Und dann…dann….macht man noch diese wunderschöne Erfahrung von „hanseatischer Kaufmannstugend“! Josef  Dieter Kühler kommt an unseren Stand!Für jeden hat er ein nettes Wort! Jeden begrüßt er! Jeden nimmt er wahr!Wo werden noch solche Werte gepflegt? Bei Corpus Culinario ist das der Fall – eine herrliches Gefühl der Wertschätzung.

  9. Schließlich ist die Messe vorbei – und da passiert das ganz Unglaubliche:man beschenkt sich untereinander, nachdem die Besucher gegangen sind und man mit Aufräumen beschäftigt ist, mit den eigenen Produkten quer durch die Halle. Da kommt ein Bärlauchbrot von den Bäckern  aus Stockstadt, Marmeladen aus dem Trentino von den Italienern, Plätzchen von den Konditorenbrüdern, französische Maronen, Käse von den Holländern, Crémant vom Champagner-Stand, Trüffelsalz von den sympathischen Damen aus Gelsenkirchen, Salami aus dem Eichsfeld, Marillen-Konifitüre aus Wien…und von uns im Gegenzug: BrezenwurstpralinenLeberwurst im Naturdarm, Rudolf- Moser-Weißwurst-Senf und Salami-Päckchen aus Franken….

So etwas Schönes habe ich noch nie erlebt!
Und selbst unten dann, auf  Erdgeschoßhöhe, nachdem man den ganzen Messekram dann wieder mit dem Lastenaufzug nach unten geschafft hat, bietet einem noch der Weinhändler von der Mosel seinen kleinen Rolli an, damit man seine Sachen zum Auto fahren kann und nicht tragen muß.

Das hat mich am meisten beeindruckt, diese wunderbare, schöne, leichte und selbstverständliche Solidarität untereinander.
Heute, wo jeder so für sich kämpfen muß, sind das Gesten, an die ich mich ewig erinnern werde, und ich möchte besonders denen danken, die mir diese einzigartige Lebenserfahrung möglich gemacht haben:

Josef  Dieter Kühler und seinem Team für die hervorragende Organisation für „Corpus Culinario“
Thomas Herbrich für die Unterstützung am Stand
Château Perayne – Bordeaux-Weine
D’Avitani – toskanische Produkte
Dreschflegel-Bäckerei Mosbach
Günther –Backwaren
Hatzel-Lebkuchen/Selb
Lobaco-Käse/Gronau
Reimüller Wurstwaren/Eichsfeld
Scheibel/Schwarzwaldbrände
Schenk/Siebert – Pfälzer Weine
Schömann/Mosel-Weine
Schubert’s/Wien – Fruchtaufstriche
Dr. Seib/Champagne Drappier
Ugo Paoli/Trentino –Marmeladen
die Brüder Wiacker - Confiserie
  
Und jenseits des „Genußgipfels“ möchte ich Herrn Thomas Krüger aus Rendsburg danken, der uns im „Jagdhaus Schellenberg“ in die Welt des „Scotch Whiskeys“ eingeführt hat, der mir so viel Mut gemacht hat für diese Messe und der mich den Unterschied gelehrt hat zwischen „Whiskey“ und „Möbelpolitur“.

Vive la différence!

Herr Kühler,ich hoffe, ich habe Sie nicht enttäuscht!

Ursula Lauterbach

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